Safran Geschichte

Die Geschichte und die Herkunft des Safran ist bis dato nicht eindeutig geklärt. Lange Zeit galten Klein- und Mittelasien, Iran oder Indien als Herkunftsländer des Safran. Diese Meinung ist heute botanisch widerlegt und die Wissenschaft geht von Kreta als Ursprungsland aus. Die Verbreitung der Pflanze in andere Länder Europas und Asiens wird auf das 9. Jahrhundert datiert. Heutzutage wird Safran vor allem im Mittelmeerraum, besonders in Spanien und Frankreich, aber auch im Iran und am Schwarzen Meer angebaut.

Der Name der Pflanze hat ihren Ursprung in der Antike und wird in Verbindung mit dem schönen Jüngling Krokus gebracht.  Es existieren unterschiedliche Legenden, die den Ursprung der Pflanze auf der Erde erklären. Die erste Legende besagt, dass der griechische Gott Hermes in einen wunderschönen Jungen verliebt war, den er aus Versehen tötete. An der Stelle, an der sich das Blut des Jüngling Krokus auf den Erdboden ergoss, wuchs die allererste Krokusblume. Nach der zweiten Legende war ein Junge in die Nymphe Smilax verliebt. Die Götter waren dieser Liebesgeschichte schnell müde und verwandelten die Nymphe Smilax in eine Eibe und den Jungen in die Blume Krokus. Der Name Krokus kommt aus dem Griechischen "krókos" und bedeutet „Faden“, was auf die fadenähnlichen Narben der Blume hinweist.

In den Nahosten ist die Pflanze sehr lang bekannt. In den egyptischen Medizinbüchern wird die Pflanze bereits im Jahre 1500 v.C.  erwähnt. Die Spuren dieser Pflanze wurden in Mesopotamien gefunden und in den schriftlichen Quellen der Sumerzivilisation wurde Safran sogar früher erwähnt. Es existiert die Meinung, dass Safran zu den ältesten Gewürzen der Welt gehört. Sein Name taucht mehrmals auch im Alten Testament. So wird zum Beispiel Safran im Hohelied 4 12-14 bei der Beschreibung des Paradieses erwähnt:
„12 Ein verschlossener Garten ist meine Schwester, meine Braut, ein verschlossener Born, eine versiegelte Quelle.
13 Was dir entsprosst, ist ein Lustgarten von Granaten nebst edlen Früchten, Zyperblumen nebst Narden;

14 Narde und Safran, Würzrohr und Zimt, nebst allerlei Weihrauchgehülz, Myrrhe und Aloe nebst allen vortrefflichsten Gewürzen.“

Das Kostbarste dieser Pflanze sind ihre Stempelfäden, die im getrockneten Zustand ein eigenartiges Aroma haben. Nicht weniger wert sind auch seine färbenden Eigenschaften.
Babylonier und Assyrer benutzten die Pflanze als Heilmittel. In den chinesischen Medizinbüchern gibt es Hinweise auf die Heilkräfte von Safran, die im Jahre 2600 v.C. datiert sind. Die Chinesen waren der Meinung, dass Safran Energie verleiht und Potenz stimuliert. Phönizier handelten sehr erfolgreich mit Safran, indem sie ihn zuerst in den Hafen der Stadt Tir brachten, woher er weiter nach West-Türkei und Griechenland verfrachtet wurde. Auf Kreta im Palast von Knossos ist noch Wandmalerei aus den Jahren 1500 v.C. erhalten, auf der Safran sammelnde Menschen zu sehen sind.
Die Römer schätzten Safran aus Heilmittel, das in der Lage war Katarakt/ Star zu heilen. Die Menschen waren der Meinung, dass Safran als Gegengift benutzt werden konnte. Reiche Römer benutzten Safran zum entfernen von schlechten Gerüchen (sie bereiteten Wasser und Öl). Außerdem war es ein Zeichen von Reichtum, wenn man Kleidung und Schuhe in Safran-Farbe anhatte. Auch die Buddha-Anhänger (nach dem Tod von Buddha) machten ihn zu ihrer Farbe. Safran wurde zum teuersten und auserlesensten Geschenk für Imperatoren, Könige und Päpste.

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches fiel vorübergehend das Interesse an Safran. Die deutschstämmigen Hunnen benutzten fast nur ausschließlich Salz und Senf. Im Mittelalter ist das Interesse an Safran wieder gewachsen. Die kulinarischen Bücher empfahlen seine Verwendung für Gerichte und medizinische Bücher in der Rolle der Heilpflanze. Dies führte dazu, dass Safran wieder auf großen Flächen angebaut wurde. Die Spanier waren die ersten Europäer, die Safran angebaut haben. Zu den berühmtesten Anbaugebieten von Safran in Spanien gehören Valencien, Andalusien, Saragossa und Baleareninseln. Der englische König Heinrich VIII. (28. Juni 1491–28. Januar 1547) möchte dieses Gewürz so sehr, dass er den Hofdamen verbot, Safran zum Färben von Haaren und Kleidung zu benutzen.

Nach Spanien wurde Safran von Arabern im IX. Jahrhundert gebracht, die im Süden des Landes ihre Besitztümer anlegten. Danach ist die Pflanze in andere europäische Länder eingedrungen, im Besonderen nach Spanien und Frankreich, wo sie auch jetzt angebaut wird. Heute findet man Safran außerdem in Iran, Griechenland, Italien, in der Ukraine und in der Schweiz, in den kaukasischen Ländern und in Österreich. Pro Jahr werden ungefähr 200 Tonnen Safran produziert. Wenn man nach Produktionsmengen beurteilt, so steht Iran mit ca. 170 bis 180 Tonnen jährlich an erster Stelle. Dies macht bis zu 91 % des Marktanteils aus. Dem Iran folgen Griechenland, Spanien und Marokko mit wesentlich kleineren  Mengen, die zwischen zwei und vier Tonnen pro Jahr liegen.

Safran war und ist immer noch ein sehr teueres Gewürz. Der teuerste Safran kommt aus Spanien – ca. 900-950 $ pro kg, weil sein Anbau mit hohen Ausgaben verbunden ist. Um 1 kg vom trockenen Safran zu bekommen, braucht man ca. 2000 Blüten. Auf einem Hektar Anbaufläche bekommt man im ersten Jahr nur 6 kg Gewürze und im zweiten Jahr – bis zu 20 kg. Im Mittelalter machten die Händler mit Safran Vermögen. Da die Gewürze sehr teuer waren, konnten sich nur die Reichen die Hinzufügung von Safran in ihre Gerichte leisten. Nicht umsonst ist Safran zu einem Symbol geworden, der auch im Wappen von Bourbonen zu finden ist. Die Lilie ist nichts anderes als symbolisierte Blume von Safran.

Vom großen Interesse war Safran auch für die Abenteurer, die mit diesem Gewürz schnell und leicht Geld verdienen wollten. Ähnlich dem Pfeffer versuchten sie Safran zu fälschen: es wurden andere Pflanzen hinzugefügt, die ähnliche Farbe hatten, oder andere Methoden benutzt, um diese Gewürze durch Beimischen von Gips, Mehl, Talkpulver und dergleichen etwas schwerer zu machen, oder ganz durch andere Pflanzen ersetzt. Auch Diebstahl und Schmuggeln gehörten zu kriminellen Handlungen, durch die sich einige bereichern wollten. Aus der Geschichte wurde uns ein Überfall aus dem Jahre 1374 durch den Freiherr von Bechburg überliefert. Der Freiherr mit seinem Gefolge überfiel einen Kaufmannszug, der auf dem Weg aus Lyon nach Basel war. Dabei erbeuteten die Diebe ca. 400 kg Safranfäden.

Aus diesem Grund suchten die Händler das Recht vor Gericht. Die Fälschung von Gewürzen wurde in Deutschland mit der Verbrennung auf dem Feuer oder mit dem lebendigen Begraben bestrafft. So ist ein Fakt der Verbrennung von Elise aus Prag im Jahre 1456 bekannt. Zu späteren Zeiten wurde als Straffe das vermögen von Fälschern beschlagnahmt und die Ware verbrannt. Außerdem wurden Amtstellen gegründet, mit dem einzigen Zweck – die Echtheit der Gewürze zu prüfen. In Venedig zum Beispiel trug dieses Amt den Namen “Ufficio dello zafferano“.